Livigno 2019

Tag 1 – Opening mit der Panorama-Tour zur Alpe Mine

Das Livigno Bike-Abenteuer startet noch ohne Frank und Marlis, die erst am Abend eintreffen werden. Angereist sind Petra, Andrea, Elke, Uli aus Jena und aus Erfurt Alex, Heike und Beate. Von unserer Fewo im Chalet C´est la vie radeln wir zunächst mitten durch den Einkaufstrubel, der sehr beachtlich ist, zur Talstation des Mottolino Bikepark und gondeln auf fast 2400 m.  An die Trails vom Bikepark trauen wir uns noch nicht ran, stattdessen cruisen wir unter der Regie von Coach Alex auf dem Panorama-Trail in Richtung Alpe Mine. Wobei wir das Cruisen erstmal üben müssen: enge Stellen auf schotterigen Wegen, kleine Stufen  und Absätze über Steine und Wurzeln und ein paar enge Kurven verlangen schon einiges ab. Ausgewiesen ist die Strecke ins Valle Mine für E-biker – wir kommen auch so voran, zur Not wird geschoben.
Am Umkehrpunkt erwartet uns die Alpe Mine mit leckerem Imbiss und lustigen Leuten zum Kino machen: der „weiße Biker“ und die Junggesellenabschiedsgruppe von Marco sind die Highlights.
Auf der anderen Talseite führt uns ein traumhafter und anspruchsvoller Weg zurück nach Livigno.

Tag 2 – Tutti-Frutti-Trail-Fieber

„Alles Tuttifrutti“ ist die Devise für heute. Dass es noch 3 Tage dauert, bis wir die Runde komplett haben, wissen wir da noch nicht. Hans „No way“ Rey hat den Berg westlich von Livigno für den Sommerbetrieb umgebaut und die „Tutti frutti Epic MTB Tour“ kreiert. Das sind 50km auf 10 Trails mit insgesamt 3900 m Downhill. Wo bleiben die Anstiege, fragen wir uns:  es gibt so gut wie keine – was für ein Spaß! Was wir bisher wussten:

https://www.youtube.com/watch?v=QyG5msp56HM

Frank übernimmt die Führung und das Coaching und wir folgen. Die Gondeln vom Carosello 3000 bringen uns auf fast 2800m. Nun geht es mit Vergnügen in die Trails: Coast to Coast, Roller Coaster, Bike Academy Trail. Da fahren einige, was sie noch nie gefahren sind – einschließlich Drops, 90-Grad-Kurven und Anliegern mit Niveau.

Tag 3 – Tutti Frutti Epic Trail II

Auf der „Tutti frutti Epic MTB Tour“ haben wir noch was offen: Wir fahren H-way, Blue Berry Line und Panoramica. Es bilden sich sensationell besetzte Teams: „Ul-tra“ zum Beispiel heizt durch die Kreisel, „Marlex“ springt und driftet, alle anderen werden auch immer besser !

Leider bringt das Regenwetter unseren Plan durcheinander. Das Abenteuer endet diesmal an der Mittelstation. Gelegenheit, mal zum See zu fahren, zu wandern oder im Mottolino Bikepark ein paar Runden zu drehen.

Tag 4 – Madonon und Valle Federia

Das Wetter ist diesmal ziemlich kühl und es sieht nach Regen aus, aber wir sind trotzdem bester Laune. Noch einmal geht’s auf Carosello 3000 – aber in die andere Richtung: auf einem wunderbaren Panoramweg zum Madonon. Was wir dort entdecken, lässt uns nach Luft schnappen: es ist nicht nur die traumhafte Berglandschaft, sondern auch eine kleine Schutzhütte aus Stein, in der es heißen Tee gibt. Und ein Freiluft-Klo mit Premium-Aussicht! Dann steigen wir ein in den Federia Trail, der uns auf der anderen Seite hinab ins Valle Federia bringt. Kurz bevor es zu regnen anfängt, erreichen wir die gleichnamige Hütte und stärken uns für die rasende Abfahrt nach Livigno. Die Tutti-Frutti-Runde ist somit komplett und alle sind sich einig: EPIC !!!

Tag 5 – Königsetappe und Abfahrt vom Passo Livigno

Pünktlich um 9 Uhr kommt Renzo mit seinem Bike-shuttle am Coop vorgefahren. Wir fahren in Richtung Bernina-Pass, wo auf  2235m unser Startpunkt ist. Es ist sonnig und etwas windig, die 8 Grad Celsius drängen uns zum Aufbruch. Das erste Stück ist ganz schön verblockt und wir sind endgültig wach. Der Lago Bianco liegt wunderschön blau im Morgenlicht, der erste Bernina-Express kommt schon angezuckelt. Ein paar Höhenmeter geben wir uns, bevor es in der Alp Grüm Frühstückscappuccino und diverse Kuchen gibt.  Und die Aussicht auf den sonnenbeschienen Piz Palü (3900m) mit seinen 4 (!) wunderschönen Gletschern. Wie auf einer Modelleisenbahn-Platte sieht der Bahnhof Alp Grüm unten aus. Von nun an wird es fast immer steil auf steinigen, manchmal verblockten Wegen bergab gehen. Die Herausforderungen sind groß, aber für alle zu meistern. Wir queren mehrmals die Bahnstrecke  und erreichen den unglaublich interessanten Gletschergarten. Wir staunen über die Strudeltöpfe und versuchen uns vorzustellen, wie dick eine 800 m Eisschicht sein mag. Dann arbeiten wir uns mit Anstrengung und Vergnügen weiter bergab, um am Ende gaaanz weit unten in Poschiavo anzukommen. Immerhin waren das 10 Kilometer und 1070 Höhenmeter. Und beim Blick zurück sehen wir: unsere Frühstücksalp liegt ziemlich weit oben! Wir radeln gemütlich in die Schweiz zum Lago die Poschiavo und verweigern uns einer Pause am Seehotel. In Brusio, ein paar Kilometer südlich, passt das Timing und ein roter Bernina Express schraubt sich auf das Viadukt auf dem Weg nach St. Moritz. Es geht noch weiter nach Süden und es wird immer wärmer. In Tirano stehen Palmen und auf der Piazza kehren wir endlich ein: es gibt Eis, Maxi Toast und Frappuccino. Auf der Uhr: ca. 38 km und 2000 Tiefenmeter. Kurz vor 18 Uhr steigen wir in den auf zwei Waggons reduzierten Bernina-Express ein, räumen unser Abteil schön mit den Rädern voll und genießen anderthalb Stunden lang die Fahrt zurück zum Bernina-Pass. Dort beginnt die letzte Etappe: der Linienbus bringt Räder und Biker zum Livignio-Pass und wir rasen fast eine Stunde und 16 km lang in das immer dunkler werdende Tal von Livigno. Wow!

Tag 6 – Cappuccino-Runde & Mottolino

Nach der opulenten Königsetappe geht nur für Alex, Marlis und Frank noch einer drauf: die drei rollern zum Mottolino-Bikepark für noch ein paar Tiefenmeter mehr auf dem Tacho.

Alle anderen – Elke, Petra, Heike, Andrea, Beate und Uli – lassen mit einer ziemlich gemütlichen Cappuccino-Runde (einmal das Tal hoch und runter) das „Abenteuer Livigno“ ausklingen. Nicht ohne finalen Stopp im Café „Diva“. Ein wunderbarer Platz, um alle zu beobachten, die dort auf und ab marschieren: mit oder ohne die obligatorischen Einkaufstüten, auf 12-cm-Highheels oder eben Einrudivöller…